Über 100 Feuerwehr-Fachleute aus NRW diskutieren Sicherheitsfragen rund um Einsatzfahrzeuge
Feuerwehr-Unfallkasse NRW ruft in Hagen eine neue Forumsreihe ins Leben
Mit dem ersten "Sicherheits-Forum Feuerwehr" am 18. Oktober 2007 in Hagen hat die Feuerwehr-Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (FUK NRW) eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, die sich von nun an jährlich mit Sicherheitsfragen rund um die Feuerwehr beschäftigen wird. Am ersten Forum, das unter dem Leitthema "Sicherheitsaspekte bei Beschaffung und Betrieb von Einsatzfahrzeugen" stand, nahmen über 100 Fachleute aus Feuerwehren, Landkreisen und Gemeinden ganz Nordrhein-Westfalens teil. Wie groß das Informationsbedürfnis bei allen ist, die mit dem Thema Feuerwehr zu tun haben, zeigte die Tatsache, dass die Veranstaltung bereits wenige Tage nach Bekanntmachung "ausgebucht" war.
Prävention als zentrale Aufgabe der Feuerwehr-Unfallkasse
Johannes Plönes, Geschäftsführer der FUK NRW, erläuterte in seiner Begrüßungsrede zunächst, warum seine Organisation dieses von nun an regelmäßige Forum ins Leben gerufen habe: "Prävention ist eine zentrale Aufgabe der Feuerwehr-Unfallkasse. Prävention und Sicherheit werden durch Menschen gestaltet und gelebt – und dafür sind Wissen und Netzwerke erforderlich". Die FUK NRW wolle sowohl bei der Vermittlung von Sicherheits-Wissen als auch beim Knüpfen von Netzwerken Hilfestellung leisten – mit einem jährlichen "Sicherheits-Forum Feuerwehr", so Plönes.
Das Thema Sicherheit rund um Feuerwehrfahrzeuge habe die FUK NRW für diese Auftaktveranstaltung aus mehreren Gründen gewählt: "Fahrzeuge werden nicht nur zum Transport, sondern auch für den Einsatz und zur Sicherung verwendet. Fahrzeuge sind langlebige Investitionsgüter der Feuerwehren – aber immer auch mögliche Unfallquellen", so der FUK-Geschäftsführer. Plönes nannte beispielhaft sogar Todesfälle, die im Bereich der FUK NRW und auch in anderen Bundesländern mit Einsatzfahrzeugbeteiligung zu beklagen gewesen seien.
Fachbeiträge zum Hören, Erleben und Anfassen
René Schubert von der Feuerwehr Ratingen eröffnete die Fachvorträge mit dramatischen Unfallbeispielen – Unfälle, die sich an schlecht oder gar nicht gesicherten Einsatzstellen der Feuerwehr ereignet hatten. In seinem Vortrag stellte er Beleuchtungsmöglichkeiten, Geräte und ein komplettes Konzept vor, mit dem verhindert werden soll, dass sich Auffahrunfälle auf Feuerwehreinsatzfahrzeuge ereignen. Dabei spiele die sorgfältige Absicherung und Ausleuchtung des Einsatzortes mit reflektierenden oder leuchtenden Signalen eine wichtige Rolle. Schubert forderte hierfür eine bundesweit einheitliche Regelung, die es bisher so nicht gibt.
Ulrich Cimolino, Branddirektor der Feuerwehr Düsseldorf, beschäftigte sich in seinem Vortrag mit der Frage, welche technischen Anforderungen die Fahrzeuge erfüllen müssen. Dabei ging es unter anderem um die Geländegängigkeit und die Anpassung des Fahrverhaltens im Wasser oder bei Waldbränden. Cimolino stellte den Feuerwehrexperten typische Probleme und technische Neuerungen einzelner Fahrzeugmodelle vor.
Christoph Rißmeyer von der Feuerwehr Hamburg stellte sein Thema "live" vor: Direkt an den Feuerwehrautos demonstrierte er, welche Vorteile die unterschiedlichen Hubrettungsgeräte habe. Ob Drehleiter oder Teleskopmastfahrzeug – vor Ort gab Rißmeyer den Kollegen praktische Entscheidungshilfe für die Fahrzeugbeschaffung.
Thomas Zawadke, selbständiger Beratungs- und Entwicklungsingenieur für Fahrzeugtechnik, zeigte in seinem Vortrag den Experten der Feuerwehr, wie die Kabinengestaltung von Feuerwehrfahrzeugen technisch aussehen kann und soll. Zentrale Frage hierbei ist die Art der Kabinenvergrößerung, um beispielsweise ganze Mannschaften zu transportieren. Spezielle Aspekte sind die Belüftung oder die Nutzung der Kabinen als Stabsraum oder als Labor. Dabei spielen bei der Kabinenausstattung auch Fragen wie Entnahme- oder Einstiegshöhen eine Rolle, um die tägliche Arbeit der Feuerwehrleute ergonomisch sinnvoll zu gestalten.
Materialien zur Veranstaltung

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